
Fashion Never Forgives
✔️ Gefällt dir, wenn:
- du Fashion- und Luxuswelt als Eskapismus-Element benutzt
- du scharfe Dialoge und clever-subtile, soziale Grausamkeit feierst
- du Nostalgie mit Upgrade-Potenzial sehen willst
🚫 Triggert dich, wenn:
- du mehr Bissigkeit erwartest, als im ersten Teil
- du tiefgründige Figurenentwicklung möchtest
- du mit Glamour ohne Bodenhaftung nicht klar kommst
Mood-Check
👥 Squad-Movie
😂 Fun – stylisch, bissig, unterhaltsam mit Fashion, Setpieces und Star-Power
⚡️ Easy Watch – zugänglich, charmant und quotable
Genre-Realität
🍿 Popcorn-Kino: Luxuriöse Feel-Bad-Feel-Good-Unterhaltung mit Designerästhetik
Abspann-Check
❌ SKIP
📝 Spoilerfreie Kurzkritik
Manche Sequels schreien nach Geldmacherei. Der Teufel trägt Prada 2 schreit eher nach perfekt sitzendem Designerblazer, passiv-aggressiven Blicken und emotionalem Schaden in High Heels. Die größte Frage ist nicht, ob der Film stylisch aussieht – sondern ob er die bissige Energie des Originals nochmal einfangen kann und übertrumpft. Zumindest sind das vielerorts die Erwartungen des Publikums.
Und das will der Film eigentlich gar nicht sein. Der Teufel trägt Prada ist Kult. Bis heute. Ein einziger Blick Meryl Streeps sagt mehr als tausend Worte und bezeugt einmal mehr die Ikone von Schauspielerin. Und damals hat man genau das eingefangen, was Phase war: Eine ikonische Welt, die abseits des Alltags der meisten Menschen hinter verschlossenen Türen stattfindet und als unerreichbar und zeitgleich elegant und luxuriös galt: Die Modebranche. Fun Fact: Keines der Label hatte Bock drauf, seine seidenen Fäden dem Film zu spenden, denn man hatte Angst vor der Meinung der wahren Anna Wintour, die sich inzwischen jedoch sehr zu dem Film bekannt hat.
Der Teufel trägt Prada 2 macht jetzt einen Schritt vollkommen richtig: Er ist mit der Zeit gewachsen und startet direkt im Hier und Jetzt: Man ist nicht nur extrem selbstreflektiert, sondern kommt in der digitalen Moderne an und zeigt die Welt wieder, wie sie tatsächlich ist: Abgehoben, überzogen, völlig losgelöst von der einstigen Unerreichbarkeit und im Zusammenspiel mit den heutigen Mächten: fragil. Genau das stößt dem klassischen Prada-Publikum sauer auf, denn die finden ihn langweilig, schlechte Charakterentwicklung und eben viel zu wenig von dem, was man im ersten Teil noch gefeiert hat.
Will er das sein? Ich denke, nein. Man kratzt natürlich an den Nostalgie-Momenten, zeigt aber eine völlig runtergekommene Persönlichkeit, die im Heute ums Überleben kämpft und sich den Regeln dieser neuen Welt bitter ergeben muss – und das macht den Film damit zu einem Lehrstück der alten Kräfte, die sich eben nicht mehr hinter ihrer Unerreichbarkeit verstecken können, sondern lernen müssen, zu akzeptieren, dass die nächste Generation übernimmt.
Und genau daran struggelt ja nicht nur die Modewelt, sondern viele andere Branchen ebenso.
Und dass sich die Traditionellen dann aus Angst vor Vergessenheit beginnen, zusammenzuschließen und mitzuarbeiten, um nicht aus dem Rampenlicht zu verschwinden sieht man… am Fun Fact Nr. 2: SÄMTLICHE (!) Labels haben in diesem Part darum gekämpft, ihre Kleider und Stücke als Original dem Film zur Verfügung zu stellen und bloß nicht mit Requisiten gecovert zu werden. Ein Beweis dafür, dass man hier den Treffer in Richtung Realismus perfekt gezielt und gelandet hat?
✔︎ Bottom Line
Glamour, bissiger Humor und nostalgischer Eskapismus? Oder doch eine ernüchternd und zugleich erfrischende Portion Realismus, die den Film hier trägt? Ich rechne letzteres dem Film sehr hoch an.
🎬 Kurzinfos:
Kinostart: 🔴 30. April 2026
Laufzeit: 119 Min.
Rating: FSK 0
Offizielle Website: https://www.thedevilwearsprada.de/
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