

✔️ Gefällt dir, wenn:
- du ruhige, tiefgründige Dramen abkannst
- dich Naturfilme faszinieren, ohne klassische Dokumentationen zu sein
- du Geschichten schätzt, die sich Zeit nehmen und ihre Emotionen wirken lassen
🚫 Triggert dich, wenn:
- du ein höheres Erzähltempo brauchst
- du auf große Wendungen und spektakuläre Konflikte wartest
- dir symbolische und entschleunigte Filme schnell zu verkopft sind
Mood-Check
🖤 Solo-Movie – seine leisesten Momente entfalten ihre größte Bedeutung, wenn man ihnen ungestört Raum gibt
🥲 Feels – traurig, hoffnungsvoll und lange nachwirkend
🧩 Thinky – fordert Geduld, schenkt dafür aber viele Gedanken, die man mit nach Hause nimmt
Genre-Realität
🧠 Anspruchsvolles Arthouse-Kino – deutlich mehr als ein klassisches Drama
Abspann-Check
❌ SKIP
📝 Spoilerfreie Kurzkritik
H wie Habicht ist einer der Filme, die man sich getrost unwissentlich in einer Sneak Preview zu Gemüte führen kann: Sie beginnen nicht, wie man es erwartet und entfalten dann ein Potenzial, das dich stellenweise sprachlos zurücklässt.
Behandelt werden Themen, mit denen sich zu befassen selbst Literaten zunehmend schwer fällt und die in einer allseits getriggerten, hochsensiblen Welt sowieso permanent für Zündstoff sorgen und intensive Emotionen auslösen.
Der Film greift diese Elemente und verwandelt sie in eine bislang ungesehene Stärke um: Bedeutsamkeit. Claire Foy trägt weite Teile der Story mit einer bemerkenswert zurückhaltenden Performance und liefert kleine Gesten, Blicke und stille Momente, in denen die innere Zerrissenheit und Zerbrechlichkeit menschlichen Seins phänomenal verkörpert wird.
Genau diese Ruhe macht diesen Film besonders. Er verlangt seinem Publikum anfangs echt Geduld ab, belohnt es dafür dann aber mit einem intensiven Kinoerlebnis, das seinesgleichen sucht und einen sprachlos zurücklässt. Die Anbandelung mit den unzähmbaren Kräften der Natur in beeindruckenden Bildern ist es, die einen ins Kino ziehen sollte, denn nur dort entwickeln diese Bildern ihre wahre Wirkungskraft.
✔︎ Bottom Line
H wie Habicht sorgt nicht für den schnellen Adrenalinkickl, sondern ist ein stilles, wunderschön fotografiertes und kluges Drama über Trauer, Selbstfindung und die besondere Verbindung zwischen Mensch und Natur. Ein Arthouse-Film, der noch lange nach dem Abspann im Kopf hängen bleibt.

Da Regisseurin Philippa Lowthorpe vollständig auf exzessive CGI-Effekte verzichtet und sich die gesamte Produktion permanent nach den Tieren im Film gerichtet hat, ist die Suche nach großen Leinwänden und exorbitanten Kinos an der Stelle Fehl am Platz.
Nistet euch in ein Nischenkino, besorgt euch langsame Snacks abseits der Norm (Schokolade oder knisterfreier Stuff) und genießt den Film ganz in Ruhe außerhalb von Prunk und Glamour. Die Inhalte der Story und die gezeigten Bilder wirken auf der Leinwand, sofern diese deinen TV um einiges übertrifft.
Meine Empfehlungen in Deutschland:
- Abaton Kino (Hamburg) – Filmträchtiger Space im Herzen des Hamburger Grindelviertels
- Sputnik Kino (Berlin) – Hauptstadt und trotzdem weit weg von Moderne und Kapitalismus
- Rex (Wuppertal) – 1889 lief in diesem umgebauten Hotel der erste Film: Schnuckeliger Rückzugsort
Cineville-Kinos in 15 Städten Deutschlands
Falls du in einer dieser Städte oder in der Nähe wohnst, lohnt sich auch ein Blick auf diese Seite: Dort werden alle Spielzeiten in Aachen, Berlin, Bonn, Braunschweig, Bremen, Düsseldorf, Freiburg, Fürth, Hamburg, Köln, Leverkusen, Nürnberg, Potsdam, Wuppertal und Würzburg in Kinos angezeigt, die beim Cineville-Programm teilnehmen: Eine Karte (für’s ganze Jahr für umgerechnet 20 € monatlich) und ihr könnt so viele Arthouse-Filme schauen, wie ihr wollt.
Abgesehen davon gibt es in unzähligen Städten cineastische Rückzugsorte, allein die AG KINO hält in Deutschland über 350 Kinos bereit.
🎬 Kurzinfos:
Kinostart: 🔴 23. Juli 2026
Laufzeit: 120 Min.
Rating: FSK 12
Offizielle Website: https://www.h-wie-habicht.de/de
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