


Funktioniert als Date, wenn ihr beide Lust auf gesellschaftliche Themen und Mediengeschichte habt. Romantisches Wohlfühlkino ist das natürlich keines.

In einer interessanten Runde ziemlich stark. Gerade unterschiedliche Erinnerungen daran, was früher im Fernsehen als völlig normal galt, machen den Film spannend und sorgen garantiert für spannende Unterhaltungen danach.

Die stärkste Variante. Du kannst den Aussagen der weiblichen TV-Ikonen konzentriert folgen und die historischen Ausschnitte auf dich wirken lassen, ohne dass daraus nebenbei ein Nostalgieabend wird.

Popcorn stört eher und sorgt im Publikum für unangenehme Momente. Zu viel steckt in den Aussagen, Archivmaterial und dem Kontrast zwischen damaliger Normalität und heutiger Wahrnehmung.

Ganz klar Arthouse. Hier tragen Zeitgeschichte, persönliche Perspektiven und gesellschaftliche Einordnung stärker als ein großes Spektakel.

Der Film verlangt keine komplizierten Entschlüsselungen, aber Aufmerksamkeit. Wenn die Erinnerungen der Frauen aus heutiger Sicht komplett neu beleuchtet werden, erkennt man nichts, wenn man anderweitig abgelenkt ist.

Keine emotionale Abrissbirne, dennoch wirken die geschilderten Erfahrungen über Sexismus, Benachteiligung, Ausnutzung und öffentliche Bloßstellung nach. Gut so.

Die Härte liegt hier nicht in Action oder expliziten Bildern, sondern darin, wie selbstverständlich Frauen vor und hinter der Kamera Grenzen aufgezwungen wurden und wie normal manches seinerzeit behandelt wurde.

Archive, persönliche Erinnerungen und heutige Einordnung greifen ineinander. Je länger man zuhört, desto stärker bröckelt die vermeintlich harmlose Nostalgie alter Fernsehzeiten.

Man bekommt, was man erwartet. Die kritische Aufarbeitung der Rolle der Frau in der deutschen TV-Welt, eingeordnet von eben jenen Frauen, die damals direkt davon betroffen waren.
✔️ Gefällt dir, wenn:
- dich Dokumentationen über Mediengeschichte und Gesellschaft faszinieren
- du wissen möchtest, wie sich Humor im Laufe der Zeit im Fernsehen verändert hat
- du Stories über Menschen magst, die Regeln hinterfragen und verändern
🚫 Triggert dich, wenn:
- du klassische Comedy erwartest
- dir Interview-Dokus ohne große Inszenierung zu statisch sind
- du Unterhaltung und gesellschaftliche Einordnung strikt voneinander trennst
Mood-Check
🖤 Solo-Movie – wirkt mit voller Konzentration (grade als Mann) am besten!
😮 Wow – Man ist geschockt, wie sowas damals unkommentiert über die Bildschirme ging
🧩 Thinky – macht sehr nachdenklich über das, was wir permanent anderen antun
Genre-Realität
🧠 Anspruchsvoll – behandelt auf verdauliche Weise ein brisantes Thema, das aktueller denn je ist
Abspann-Check
❌ SKIP
📝 Spoilerfreie Kurzkritik
Die Zeiten ändern sich heute fast sekündlich. Was gestern noch in, ist heute schon verpönt: Man vergisst leicht, wie jung manche gesellschaftlichen Selbstverständlichkeiten noch sind. Was haben wir gelacht erinnert daran, dass wir Jahrzehnte deutscher Fernsehunterhaltung auf dem Rücken der öffentlichen Bloßstellung von Frauen als „Humor“ verkauft und gefeiert haben.
Die Dokumentation verbindet dabei persönliche Erinnerungen mit zahlreichen Archivaufnahmen und macht sichtbar, wie sich Comedy und gesellschaftliche Normen gegenseitig beeinflusst haben. Dabei erhebt sie keine Anklage gegen eine ganze Epoche, sondern lässt die Protagonistinnen selbst erzählen, wie sie mit Vorurteilen, Sexismus und festgefahrenen Rollenbildern umgegangen sind.
Besonders gelungen ist, dass sich der Film trotz seines ernsten Themas nie in sich verbeißt. Zwischen schockierenden Erkenntnissen bleibt immer genug Raum für Humor, um den es ja eigentlich geht und der die Schärfen aus den Momenten bitterer Erkenntnisse wieder etwas mildert. Dadurch bekommt man Information, Sensibilisierung und gleichzeitig Unterhaltung.
✔︎ Bottom Line
Was haben wir gelacht zeigt, dass Humor nie nur Unterhaltung war, sondern welche Opfer Frauen in der Vergangenheit bringen mussten, damit sie auf deutschen Bühnen und Bildschirmen selbstverständlich komisch sein durften. Ein unterhaltsamer und extrem wichtiger Blick zurück.

Arthouse. Ihr findet dort das passende Publikum, es entstehen hochwertige Gespräche danach (und dabei) und man merkt, wie extrem sich gerade das weibliche Publikum endlich gesehen und respektiert fühlt: Der Schmerz und die Wunden, die dabei endlich öffentlich angesprochen werden, bringt mir als weißem deutschen Mann ein zerrissenes Herz, denn man möchte sich permanent dafür entschuldigen, was die Generationen vor mir euch Frauen angetan haben.
Während der Vorstellung zu erleben, wie Generationen auf einmal heilen, weil sie spüren, dass endlich jemand verstanden hat, was da jahrelang schief gelaufen ist und nun ein Werk existiert, dass sich stellvertretend dafür entschuldigt, indem es die Missstände einfach mal benennt und somit öffentlich macht, ist Balsam für jede Seele.
Also sucht euch Nischenkinos, die liefern gleichzeitig auch das korrekte Publikum und machen daraus eine insgesamt extrem bleibende Vorstellung, die man nicht so schnell vergisst.
🎬 Kurzinfos:
Kinostart: 🔴 16. Juli 2026
Laufzeit: 96 Min.
Rating: FSK 12
Offizielle Website: https://port-prince.de/projekt/was-haben-wir-gelacht/
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